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Brennnesseln





Mitte Mai ist die richtige Jahreszeit, Brennnesseln zu sammeln. Man sucht eine Stelle, die nicht unbedingt neben einer stinkigen Straße ist. Mit Handschuhen dreht man den Pflanzen nur die oberste Spitze ab, also den zartesten Teil. Zwei, drei Eimer voll sollten es schon sein, hinterher ist es sonst immer deprimierend wenig. 1/3 Eimer ergibt ungefähr 10 kleine Portionen.
Zu Hause mit Gummihandschuhen im Sieb spülen (Vogelkacke...), anderes wegwerfen, abtropfen lassen. Dann blanchieren, d. h. im Topf mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen. Wasser abgießen (ggf. aufheben, s. u.), schon brennt nichts mehr. Gut abtropfen lassen, ausdrücken. Am besten jeweils zwei Handvoll in der Salatschleuder trocknen, noch einige Zeit in die Sonne legen. Schließlich etwa Ei-große Bällchen (= 1 Portion) formen, zusammendrücken, im Beerenfach des Gefrierschranks einfrieren und später in Beutel füllen.
Lässt sich hervorragend anstelle von Spinat verwenden (würzen mit Salz, Pfeffer, Muskat, Zwiebel, Knoblauch, süßer Sahne?) und ist nicht so blubb-pampig. Mindestens so gesund wie Spinat, aber erheblich schmackhafter. Für das Füllen von Fisch kann man auch sehr gut Meerrettich, ggf. mit Preiselbeeren, unterrühren.
Vorbereitung: Auftauen lassen, noch mal kleinschneiden. In einer Pfanne mit reichlich Butter kurz andünsten, dann Weiteres (s. o.) zugeben. Ein bisschen blubbern lassen, dann ist es auch als "normales" Bei-Gemüse fertig. Nachdem die Brennnesseln ursprünglich sorgfältig entwässert wurden, brauchen sie jetzt Flüssigkeit, also Soße.
Die Brennnessel-Brühe gegen Blattläuse sprühen, wirkt aber nur, so lange sie frisch ist, max. 24 Stunden. Länger aufgehobene Brühe (Glas, Kanister) stinkt, ist aber ein guter Dünger.
Da Brennnesseln bis in den Herbst an der Spitze neue Blätter treiben, kann man auch später noch sammeln – natürlich nicht mehr an den Stellen, die man früher geplündert hat.
Mitte Mai 09 schenkte mir jemand ein Kochbuch, in dem endlich ein Rezept der legendären Nachkriegs-Brennnesselsuppe steht. Wenn ich das ausprobiert habe, finden Sie es hier, aber hallo!
Eigentlich müssten Brennnesseln auch prima im Wok gehen...

Fotos von der Ernte 2010


Die gebrühten Blätter mit einer Zange o. ä. aus dem Topf nehmen, in einem Sieb abtropfen lassen und dann auf ein Gitter zum Trocknen legen. Im Vordergrund steht eine Horde (s. u.) auf der Arbeitsfläche, ich habe sicherheitshalber ein Backblech druntergelegt, falls es noch tropfen sollte.

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Ist der Topf annähernd leer, die Brühe abfüllen.

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In der Sonne trocknen lassen. Wenn es gelingt, die Blätter 100 Prozent trocken zu bekommen, braucht man sie natürlich nicht einzufrieren, sondern kann sie in Gläser füllen. Diese lässt man sicherheitshalber noch ein, zwei Tage offen im Trocknen (Heizungskeller...) stehen, um die Gefahr des Verschimmelns zu vermeiden. Sie sehen dann etwas unappetitlich grau aus, was aber nicht schadet. Vor dem Zubereiten etwas einweichen, z. B. in süßer Sahne.

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PS. Von diesen "Horden" (so heißen die Trockengestelle jedenfalls im legendären Großen Gartenbuch von Gärtner Pötschke) habe ich mir mal ein paar gebaut. Bezogen sind sie mit Alu-Fliegengitter (mit Hilfe von Reißzwecken, das Gitter stammt aus dem Baumarkt), und es passen drei davon übereinander in den Backofen, z. B. zum Trocknen von Pilzen, wenn das Wetter nicht mehr genug Wärme hergibt. Es lässt sich auch allerhand anderes darauf trocknen oder zum Abtropfen stellen, wenn das Gut nicht zu schwer ist. Gelegentlich müssen sie repariert werden, denn durch das Trocknen schrumpft das Holz und dann fallen Reißzwecken heraus — und in Hitze mit Feuchtigkeit gibt schon mal der Ponal-Holzkleber auf. Aber ich möchte die Teile nicht mehr missen.



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