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Schupfnudeln
speziell Waldviertler Mohnnudeln


Überarbeitet im September 2022



Es handelt sich hier nicht um Pasta.

Die Waldviertler Mohnudeln sind eine leckere süße Haupt- oder Nachspeise aus Niederösterreich, zugleich eine Kalorienbombe! Die angegebenen Mengen reichen für zwei starke Esser als Hauptgericht oder für vier bis sechs Personen als Nachspeise. Abarten hiervon gibt es überall in Süddeutschland und Österreich, gar mit Sauerkraut oder Entenbrust. Es ist das Genre "Schupfnudeln" (schupfen = rollen, s. u.), die ohne den Mohn auch eine gute Beilage zu manchem Braten abgeben.
Die leckeren Mohnnudeln habe ich im österreichischen Waldviertel gegessen — zum Abschluss eines tollen Schrammelmusik-Festivals beim nahe gelegenen Städtchen Litschau. Ich durfte vorher der Gasthauswirtin bei der Zubereitung zuschauen, allerdings war der Teig schon fertig, dessen richtige Konsistenz mir erst Schwierigkeiten machte. Als Vorlage dienten diverse Rezepte aus dem Internet, die alle recht praxisfern klangen (insbesondere auch das von rezeptewiki.org). Nach einer Versuchsreihe kam ich auf folgendes Verfahren, das mit etwas Routine ruckzuck geht: Mit gekochten Kartoffeln etwa eine gute halbe Stunde.
Hinweis für Faule: Schupfnudeln gibt es in manchen Supermärkten fertig in der Tiefkühlung; auch Gnocci zum Braten lassen sich gut verwenden.



— gut 500 g mehligkochende Kartoffeln (andere einfach etwas länger kochen, geht auch!), als Pellkartoffeln am besten am Vortag kochen, dann in der Pelle nochmal im Topf dämpfen, damit sie möglichst trocken werden. Kalt stellen.
— 200 bis 250 g Weizenmehl
— 2x 50 g Butter
— 1-2 Eier
— 100 g fein (!) gemahlener Mohn. Der aus dem Reformhaus ist relativ grob, evtl. mit einer Salzmühle o. ä. nachmahlen. Pulverisierter Mohn verteilt sich besser und bleibt nicht so sehr in den Zähnen hängen ... Achtung, Mohn ist frisch gemahlen nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar, gefroren nur drei Monate. Danach wird er ranzig und gesundheitschädlich, heißt es. Genau genommen wird Mohn nicht gemahlen, sondern zerquetscht, wofür es extra Mühlen (nach dem Fleischwolf-Prinzip, aber deutlich kleiner) gibt. Frisch gemahlen ist aromatischer.
— 2 gehäufte Esslöffel Honig (das ist die Spezialität der genannten Wirtin, die Internettis nehmen Zucker, wie banal!)
— dazu nach Belieben Kompott



50 g Butter in einem Töpfchen schmelzen. Währenddessen die Kartoffeln pellen, am besten über dem Mixertopf (krümmelt), etwas kleinschneiden, im Mixertopf gründlich zerstampfen (oder eine Kartoffelpresse verwenden). Die zerlassene Butter und die Eier und 1 Esslöffel Salz hinzugeben.
Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen.

  • Hier meine Version des weiteren Vorgehens:
    Den Teig mit dem Mixer kneten und dabei nach und nach das Mehl zugeben, bis ein relativ fester und glatter Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Teig auf einer größeren Platte etwas flach drücken, Streifen abschneiden und mit den Händen zu fingerstarken Würstchen rollen ("schupfen"). Diese in streichholzlange Stücke schneiden und nach und nach in das kochende Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, sind sie eigentlich schon fertig, sicherheitshalber noch 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
  • Die ergänzende Version von Peter Pany, kraft Amtes Österreicher aus Wien und also Zwangsfachmann:
    Den Teig mit Hand oder kräftigem Mixer kneten und dabei nach und nach das Mehl zugeben, bis ein relativ fester und glatter Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Teig auf einer größeren Platte etwas flach drücken, Streifen abschneiden und mit den Händen zu fingerstarken Würstchen rollen. Diese in streichholzlange Stücke schneiden und auf der Platte einzeln mit rascher Bewegung mit flacher Hand aus dem Handballen wegrollen ("schupfen"). Dabei sollten die beiden Enden der Röllchen jeweils etwas "zugespitzt" werden. Dann diese "geschupften" Röllchen nach und nach (aber zügig) in das kochende Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, sind sie eigentlich schon fertig, sicherheitshalber noch 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.

    In einem muldenförmigen Topf (z. B. Wok, notfalls Pfanne) die restliche Butter und den Honig schmelzen, mit dem Mohn verrühren. Die Schupfnudeln portionsweise aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und in der Mohn-Honig-Butter schwenken — fertig. Schmeckt besonders lecker mit einem schönen Kompott.
    Schupfnudeln lassen sich gut einfrieren, es gibt sie auch tiefgefroren zu kaufen. Nach dem Auftauen in Butter bzw. in der Mohnpampe anbraten.


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