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Eindicken


von Soßen und Suppen
Überarbeitet und ergänzt im Januar 2021

Zur interessanten Alternative "Einkochen" siehe ganz unten.


Der Lehrbuch-Klassiker ist natürlich die

Helle Einbrenne (Mehlschwitze)



Hierfür sind die Gebrauchsanleitungen in den gängigen Kochbüchern immer eine Katastrophe. So geht es einfach: 50 g Butter zerlassen, dann 50 g Mehl einstreuen, eine Minute lang rühren — fertig. Dafür braucht man also weder komplizierte Anleitungen noch irgendwelche Packungen aus dem Supermarkt, die sowieso nicht schmecken.
Kalt ablöschen: Das Zugeben von etwas kalter Flüssigkeit verhindert später die Klümpchenbildung. Danach kann heiße Flüssigkeit, z. B. Brühe zugegossen werden — richtig gründlich umrühren, ggf. Klümpchen am Topfrand zerdrücken. Reicht für einen halben Liter.
Problemlos einzufrieren.



Hausfrauenstandard ist vermutlich das

Eindicken mit Speisestärke



Das ist ein ganz feines weißes und geschmacksneutrales Pulver. Es gibt namhafte Marken, aber auch deutlich günstigere Fabrikate, die genau so gut sind.
Ein, zwei Löffel der Stärke in eine kleine Tasse, vorsichtig kaltes (!) Wasser drauf geben, gründlich umrühren, bis es eine flüssige Pampe wird. Löffelweise in die Soße / Suppe geben, gut verrühren, kurz aufkochen lassen. Ggf. wiederholen.
Ich verwende Speisestärke nicht sonderlich gern, das mag eine Macke sein: Ich verbinde damit den Geschmack des Essens in Bahnhofsgaststätten, die Glutamat als Geschmacksverstärker nehmen...
N.B. Mit Speisestärke eingedickte Flüssigkeiten sollte man nicht einfrieren, denn die werden nach dem Auftauen relativ unansehnlich.
Es gibt auch Mais- und Reisstärke und sicherlich noch andere, die genauso in Frage kommen. Damit habe ich aber keine Erfahrungen, auch nicht speziell zum Einfrieren.



Ich bevorzuge das

Eindicken mit Maismehl


Maismehl gibt es im Supermarkt meist bei den "Internationalen Spezialitäten". Es ist billig und hält schier ewig.
Es funktioniert fast genauso wie das Eindicken mit Speisestärke: kalt anrühren, löffelweise reingeben, gut verrühren, allerdings etwas länger aufkochen. Man benötigt etwas mehr als Speisestärke. Ggf. Wiederholen.
Auch diese Methode ist geschmacksneutral, UND man kann die dicken Flüssigkeiten gut einfrieren.



Für kleine Mengen ideal ist das

Eindicken mit instant Kartoffelpürree


Doch, das geht. Das Pulver möglichst dünn und sparsam auf der Oberfläche verteilen, sofort sehr gründlich umrühren, dann warten, bis es gequollen ist. Ggf. wiederholen.
Man schmeckt davon eigentlich nichts, allerdings sieht die Soße etwas krümelig aus. Gut einzufrieren.



Wenn es sonst nichts gibt, hilft nur das

Eindicken mit zerkrümeltem Brot


Ja, das geht auch, freilich nur mit Weiß- oder Graubrot, nicht mit Vollkornbrot oder mit Sorten, die feste Zusatzstoffe enthalten. Brot ohne die Rinde gründlich zerkrümeln, am besten reiben, in die Flüssigkeit geben und quellen lassen. Kann man einfrieren.


Die Alternative zum Eindicken ist natürlich das

Einkochen


In vielen Kochbüchern heißt das "reduzieren", d.h. Teile der Flüssigkeit durch leichtes Kochen verdunsten lassen. Das ist freilich eine Frage des Zeitaufwands (und der Energiekosten), hat aber Vorteile, wie man z.B. am Rezept meiner Spargelsuppe sehen kann: die verbleibende Flüssigkeit ist geschmacklich einfach gehaltvoller, dafür allerdings weniger.


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